Mobile Reporting Videos, also mit dem Smartphone gedrehte journalistische Filme, werden längst nicht nur in Social Media Kanälen eingesetzt (z.B. „One Shots“,klassische StatementsEventvideos, Livevideos), sie finden auch in der „alten“ Medienwelt immer häufiger Beachtung. Wie etwa die “ BILD-Reportage von Paul Ronzheimer oder Glen Mulcathys videojournalistische TV-Beiträge. Aber auch ein Bentley Werbespot – shot on iPhone – und ein preisgekrönter Kinofilm namens „Tangerine“ flimmerte bereits über die Kinoleinwände. Mobile Video ist längst Mainstream & deswegen auch serious business.

Die Vorteile von Mobile Video, also der Filmerei mit dem Smartphone, kennt mittlerweile jedes Kind: das Handy ist immer dabei; es ist kompakt und deswegen unauffällig, es bietet nahe Einblicke und es ermöglicht einen schnellen Workflow. Nicht zuletzt die Videoqualität (4K baby!) unterstreicht, dass wir uns bereits im Jahre 2016 befinden. Btw: wer erinnert sich noch an das erste videofähige Handy der Welt? Das Nokia 3650 mit sagenhafter 0.3 Megapixel VGA-Kamera aus dem Jahre 2003 ? Herrlich! Okay let’s go back to the future:

Wer das ABC der Smartphoneography kennt, kann bald das Maximum aus der Hosentaschenfilmproduktion herausholen. Hier der 2. Teil (1. Teil ist hier):Ein robustes Smartphone Setup ist vor allem für die anspruchsvollen Einsätze im Bereich Mobile Journalism empfehlenswert. Also: Mit welchen Gadgets motzen wir uns das Handy auf – das ultimative Kompendium der iPhone-Heckspoiler.

Equipment und Gadgets für Mobile Journalism

Rigs & Klemmen

Damit ein Smartphone überhaupt mit anderem Video-Equipment oder kleinen Gadgets funktioniert, braucht es meistens eine Art Gerüst. Damit lassen sich Licht, Ton und Stative durch Gewinde oder Klemmen mit dem Smartphone verbinden. Manche Hersteller bieten da Sets an, für Connaisseure bietet sich aber eine individuelle Lösung an, die man sich aus mehreren Teilen zusammen stellt.

Das schlaue KLYP+ (Manfrotto)

Das massive mCAMLITE (actionlifemedia)

Das kompakte S1 oder das robuste R1 (Shoulderpod

Manfrotto Klyp+

Klyp+

mCamlite

mCAMLITE

Shoulderpod S1

Shoulderpod S1

Stabilisierung

Filmem ohne (Schulter)Stativ ist wie Bergsteigen ohne Schuhe/Segelm ohne Segel/ein Käsekrainer ohne Käse. Es verhindert nicht nur verwackelte Aufnahmen, sondern man kann darauf auch noch ein Licht und ein externs Mikrofon montieren..3 Fliegen auf einem Streich sozusagen.

Neben den kleinen Tischstativen mit dem klingenden Namen Gorillapod…

Joby GripTight GorillaPod Stand (joby.com)

…empfehlen wir klassische 3-Beinstative, die mit einer Höhe von 154 cm auch Interviews im Stehen ermöglichen. Eine Gegebenheit die ja doch relativ oft vorkommt. Hier hat sich besonders der Enzo Ferrari unter den „third-party-manufacturers “ hervorgetan: Manfrotto.

Manfrotto Compact Action Stativ Set (manfrotto.de)

Stative sind ja schön und gut (und für’s professionelle Filmem absolut notwendig) doch auch sperrig und unflexibel. Abhilfe schafft hier das sogenannte Schulterstativ: einfach auf die Schulter geben – super easy und super steady! Das Revo Schulterstativ ist kompakt, leicht und und super hilfreich! Es verbindet die Stärken einer effektiven Stabilisierung mit der Flexibilität einer mobilen Einheit.

SR-1000 Shoulder Rig (Revo @ B&H)

Zudem lässt sich das Teil mit externen Ton und Licht zu einem „Megarig“/Kompendium aufpimpen. A propo Ton…

Gorillapod

Gorillapod

Manfrotto Compact Action

Compact Action

SR-1000

Shoulderpod S1

Tonaufnahme

Der Ton wird gerne vernachlässigt, aber was nutzt ein schönes, ruhiges Bild, wenn man kein Wort versteht. Deshalb ist es für uns ein absolutes Muss externe Mikros zu verwenden – außer natürlich ihr macht einen Stummfilm.

Für Umgebungsberäusche („Atmo“) ist ein Richtmikrofon wie das VideoMic Me genau das Richtige: klein & günstig inklusive hochwertigem Ton. Direkt ins Smartphone stecken und voilà. Mit FilmicPro und ganz „normalen“ Kopfhörern könnt ihr den Ton in Echtzeit pegeln – wie die Großen.

VideoMic Me (Rode)

Wenn ihr vorwiegend gestellte Interviews filmen möchtet, dann werdet ihr mit einem Ansteckmikro sicherlich glücklich. Das SmartLav liefert einen „cleanen“, professionellen Ton. Mit der eigener App wird euer Smartphone so auch zu einem Recorder auf dem ihr die Aufnahme direkt bearbeiten könnt.

SmartLav (Rode)

Eine ordentliche Meinungsumfrage oder ein Eventvideo à la Seitenblicke, wo diverse Menschen schnell und flexibel befragt werden, ist nur mit einem Handmikro (oder einer Handgurke, wie die ORF’ler sagen) möglich. Hier kommt das iRig Mic ins Spiel. Ob Aufsager, Interview oder Pressekonferenz (sogar eine Live-Gesangseinlage von DJ Ötzi wäre denkbar – aber nicht wünschenswert): mit dem Teil alles kein Problem. Es besitzt einen hervorragenden Klang und ist kompatibel mit allen möglichen Plattformen und Soundprogrammen. Außerdem sind mehrere Apps (Recorder, Amplifier, Mastering) für die weitere Bearbeitung inkludiert.

iRig Mic (IK Multimedia)

Nun ist euer Smartphone nicht mehr nur eine Videokamera, sondern ein portables Tonstudio…achja telefonieren kann man damit ja auch noch!

VideoMic Me

VideoMic Me

SmartLav

iRig Mic

iRig Mic

Licht

Der letzte wesentliche Aspekt für das professionelle Filmen mit dem Smartphone ist das Licht. Die im Handy verbauten Sensoren sind ja nicht die allergrößten, ergo kommt das Licht auf eine relativ kleine Fläche. Das macht Smartphone ziemlich lichtschwach. Das andere Problem ist, dass herkömmliche Kopflichter für traditionelle Camcorder eher schwer und sperrig sind. Das Zauberwort heißt hier: LED. Drei Buchstaben die die (Film)Welt verändert haben. LED-Leuchten sind extrem leicht und deswegen wie gemacht für Mobile Journalism.

Die Manfrotto LEDs sind zwar nicht gerade super billig, doch diese Mini-light panels sind ein echter Lebensretter bei schlechten Lichtverhältnissen. Das Hauptmotiv aufhellen zu können, das Glänzen in den Augen zu bekommen uvm. das macht das Bild sichbar schöner/professioneller. Die Bilder werden intensiver mit lebendige Farben und natürliche Hauttönen. Manfrotto hat mit seiner KLYP+ Reihe großartiges Zubehör für euer Handy entwickelt. Besonders clever: mit der Klyp+ Hülle (welche natürlich auch vor Kratzer schutzt) könnt ihr das Licht (sowie Wechselobjektive) direkt an die Kamera befestigen und das ganze auf ein Stativ stellen. Eine tolle all-in-one Lösung.

LED Licht für KLYP+ (Manfrotto) oder Lumimuse 3 (Manfrotto)

LED-Licht für KLYP+

LED-Licht für KLYP+

LUMIMUSE 3

LUMIMUSE 3

Objektive

Was?! Es gibt Wechselobjektive für Smartphones? Ja und wie! Ob Weitwinkel, Macro, Teleobjektiv oder Fischauge; was früher Spiegelreflexkameras vorbehalten war, gibt es nun auch für euer Smartphone. Ein Nachteil war ja die fixe Brennweite der Kameralinse: das Sichtfeld ist zu eng für tolle Panoramaaufnahmen oder epische Außentotalen und zu weit um weiter entfernte Hauptmotive groß genug darzustellen (habe ich euch schon gesagt, dass ihr niemals, ich wiederhole niemals den digitalen Zoom verweden sollt). Die Wechselobjektive bieten euch nun völlig neue, ungeahnte Möglichkeiten.
Mit dem Aukey Telephoto-Onjektiv bis zu 3x mehr reinzoomen und das in perfekter optischer Qualität. Weitwinkelige Aufnahmen mit eurem Manfrotto Objektivset oder ein Motiv ganz nahe ranholen mit dem 10x bzw. 15x Macro Ollo-Clip.
KLYP Set 3x Objektive: Portrait/Landschaft/Fisheye (Manfrotto)
4-in-1 Lens Fisheye, Weitwinkel, 10x Macro, 15x Macro (Ollo Clip)
Optic Pro iPhone Objektiv – 3 x Telephoto (AUKEY)

KLYP+ Lens Kit

KLYP+ 3er Set

OlloClip

Ollo Clip

AUKEY Lens

Aukey Lens

Mobile Video lernen!

Tools sind natürlich nicht alles. News on Video bietet deswegen Workshops für Mobile Video & Mobile Journalism an. Einfach einmal informieren & anfragen.  Es gibt keine Ausreden mehr!

In diesem Sinne: happy filming! / happy filmmaking!